In seiner jährlichen Reihe von Exkursionen zu bayerischen Museen besuchte der Freundeskreis Stadtmuseum diesmal das Franz Marc Museum in Kochel am See. Vor traumhafter Bergkulisse präsentierte sich das Museum bei herrlichem Herbstwetter mit zwei Ausstellungen und seinem Skulpturenpark am Hang.
Die Besucher aus Landshut vor dem Museumsbau mit seiner klaren Sandsteinfassade
Der Besucherandrang war entsprechend groß und auch die Landshuter Besucher wurden in mehreren Gruppen kundig durch die Sonderausstellung „Die Moderne im Zoo“ und die Dauerausstellung zu Franz Marc und seinen Weggefährten geführt, die dort, im sogenannten „Blauen Land“, viel Zeit verbrachten.
Besonders die sich in den Bildern spiegelnde Kulturgeschichte der Exotik und der Tierwelt begeisterte die Mitreisenden, von Oskar Kokoschkas Tigerlöwen bis zu Max Slevogts Portrait des Orang Utans „Seemann“, von frühen Szenen aus dem Zoo Hagenbeck bis zu Zirkusdarstellungen im kolonialen Kontext. Die Besucher freuten sich auch besonders über den Skulpturenpark. Auf dem weiten Hang konnten die erlesenen Skulpturen von Per Kirkeby, Tony Cragg und Norbert Kricke besonders gut platziert werden und entsprechend wirken.
Die Herbstfahrt ließ auch Zeit bei schönstem Herbstwetter den Kochel See zu genießen.
Das 1986 in einer historischen Villa eröffnete Museum wurde 2008 um einen Neubau mit Sandsteinfassade erweitert, der den Besuchern auch den Blick in den umgebenden Landschaftspark und die weite Bergwelt ermöglicht.
„Die Reihe soll bei der erfreulichen Besucherresonanz als Angebot an unsere Mitglieder und an Interessierte auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden“, ist sich Axel Holstege, zweiter Vorsitzender des Freundeskreises, sicher.
Impressionen des Herbstausflugs nach Kochel am See (Fotos: Anke Humpeneder-Graf)
Das LANDSHUTfest 2025 war trotz Regenwetter ein großer Erfolg
Die Telefondrähte glühten heiß, als das Wetter draußen von Tag zu Tag kälter und nässer wurde. Dann war man sich einig: Das LANDSHUTfest 2025 wird nicht abgesagt, sondern kurzerhand nach drinnen ins LANDSHUTmuseum und ins KASIMIRmuseum verlegt.
Das Ergebnis sollte die Entscheidung belohnen: „Wir konnten unser gesamtes geplantes Programm durchführen“ und „zeitweise wurde es richtig eng im alten Kreuzgang“, resümmierten die Fest-Verantwortlichen des Freundeskreises Stadtmuseum, Fritz Merk und Anke Humpeneder-Graf. Die Musik der beiden Bands „Dixie to go“ und „Upho Orchestra“ klangen durch die alten Gemäuer und hinaus auf den Platz vor dem Museum, die beiden Chöre „Chor International“ und „MissHarmonie“ boten die Klangkulisse für den offiziellen Teil mit vielen lobenden Worten von Politik und Geistlichkeit.
Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Franz Schneider und Dank an den Chor International.
Novum war heuer die Zusammenarbeit der beiden langjährigen Veranstalter, dem Freundeskreis Stadtmuseum Landshut und den Museen der Stadt mit dem Landshuter Integrationsbeirat. Vor allem die Kinder und die Familien standen im Zentrum der Aufmerksamkeit, das Kinderprogramm im KASIMIRmuseum war intensiv nachgefragt, vor dem Museum gab es unter Pavillons Quiz und Spiele für die Jugendlichen.
„Besonders dankbar sind wir auch heuer wieder unseren zahlreichen Helfern, die von der Kuchenspende bis zum Getränkeverkauf, vom Tischeschleppen bis zur Müllbeseitigung das ganze Fest auf ihren ehrenamtlichen Schultern tragen“, sind sich die Organisatoren einig.
Zu den Bildern (Fotos Freundeskreis Stadtmuseum):
Im ganzen Museum wurde gefeiert, mit viel Musik, Puppentheater, Spielen, Essen und Trinken.
Die beiden Bands „Dixie to go“ und „Upho Orchestra“, die im Eingangsbereich des LANDSHUTmuseums die Besucher anlockten.
Kinderprogramm im KASIMIRmuseum (Foto von Leonie Lisa Löwenhag)
Auch für das leibliche Wohl war gesorgt dank zahlreicher Kuchenspenden.
Hier der Link zum Beitrag von Niederbayern-TV über das LANDSHUTfest.
Die Laudatio auf unsere beiden neuen Ehrenmitglieder hielt am 12.03.2025 während unserer diesjährigen Mitgliederversammlung unser Vorstandsmitglied Anke Humpeneder-Graf. Wir möchten nicht versäumen ihre Würdigung dieser beiden Ehrenmitglieder, die sich in höchsten Maße für unseren Freundeskreis über viele Jahre eingesetzt haben, allen Migliedern zugänglich zu machen. Wir danken unser Schriftführerin sehr für ihre so zutreffenden Worte! (AH)
Prof. Dr. Gernot Autenrieth und Dr. Franz Niehoff nach der Ernennung zu Ehrenmitgliedern während unserer diesjährigen Mitgliederversammlung (Foto von Anke Humpeneder-Graf),
Gernot Autenrieth
Gernot Autenrieth, für Deine Arbeit hier in unserem Freundeskreis können wir seit 16 Jahren jeden Tag dankbar sein. Am 19. März 2009 hast Du das Amt übernommen von Deinem Vorgänger und Gründungsvorstand Bernhard Schaub.
Seitdem stehst Du mit Deinem Namen und mit Deinem Gesicht ein für das, was uns wichtig ist und Du beweist es auch mit all dem, was Du tust. Als zu unserem 10-jährigen Jubiläum der damalige Bundespräsident Roman Herzog hier war, hast Du ihn schon empfangen. Damals hat er in seiner spezifisch Landshuter Ruck-Rede im Rathausprunksaal auf unsere Einladung hin die Bedeutung der Kultur gefeiert. Und 2016 haben wir mit Dir an der Spitze den ersten Bauabschnitt des LANDSHUTmuseums eingeweiht und freuen uns seitdem regelmäßig über die wunderbaren Ausstellungen, die dort stattfinden können, derzeit die großartige Aufarbeitung von „Landshut im Nationalsozialismus“.
Ich persönlich, und ich denke, viele hier können sich dem anschließen, bin ein ganz besonderer Fan Deiner Reden und der unnachahmlich charmanten Art, wie Du Deine Gegenüber mit entwaffnender Ehrlichkeit für uns gewinnst. Spitzbübisch und gescheit können wir alle von Dir nicht nur eine Lektion in Sachen respektvoller Diplomatie lernen.
Diese war immer wichtig und wird es wohl auch bleiben. Du hattest viel mit unseren politischen Entscheidern zu tun, mit der Stadtverwaltung und mit den Museumsmitarbeitern. Der Verein selbst ging durch Höhen und Tiefen und sah sich bösen Anfeindungen ausgesetzt. Hier Vorsitzender zu sein, war nicht nur ein Zuckerschlecken.
Du hast das alles hervorragend gemeistert, vielleicht durch die Verknüpfung eines Dir schon immer eigenen Charakterzuges mit einer gesunden Portion Stoizismus und dem, was man Altersweisheit nennt. Letztere hat leider zwei Seiten: die Jahre fordern auch gesundheitlichen Tribut und so haben wir jetzt einen Nachfolger für dich gewählt, einen Mann mit großen Verdiensten, der sich nun in Deinen Schuhen bewähren muss.
Aber so einfach kommst Du uns nicht davon. Wir haben gemeinsam beschlossen, Dich zum Ehrenmitglied des Freundeskreises zu ernennen und Dir somit weiterhin Zugang zu allen unseren Gremien und Sitzungen zu gewähren. Danke, Gernot Autenrieth!
Franz Niehoff
Er wurde Gründungsmitglied, Gründer und eigentlicher Initiator des Freundeskreises. Weil er etwas erkannte: Als er 1996 nach Landshut kam und das praktisch nonexistente Museum in seine Hände gegeben wurde, erkannte er, dass hier ein Schatz ruht, für dessen Hebung es viele, viele tatkräftige Hände und Helfer braucht. Das war die Geburtsstunde des Freundeskreises Stadtmuseum. Franz Niehoff ist es gelungen, als Nordlicht mehr ein Landshuter zu werden als viele andere. Ich als eine seit-Generationen-Landshuterin habe überlegt, warum wir uns mit ihm so verbunden fühlen – natürlich ist es das Interesse für Kunst, für Geschichte, für die Stadtgeschichte, aber was ist es noch? Vielleicht das Katholische, mit dem er so gut nach Niederbayern passt? Vielleicht sein Witz? Der Mann, das haben wir in vielen Jahren der Zusammenarbeit erlebt, ist eine wirkliche Frohnatur, sonst hätte er das hier keinesfalls bis zur Pensionierung durchgehalten.
Im Freundeskreis gehörte er keinem der Gremien an, sondern unterstützte als Begleiter und Berater, war er doch als Museumsdirektor und städtischer Beamter outstanding. Was er geleistet, aber auch ertragen hat, um die Kontinuität der Entwicklung eines Museums für Landshut zu sichern, das würde kaum zwischen zwei Buchdeckel passen. Die Regalmeter meines Archivs dazu habe ich nicht gezählt.
Franz Niehoff, wir danken Dir. Dass Du so ein sonniges Gemüt hast, habe ich schon gesagt, das hast Du gut brauchen können. Aber Du warst es auch, der die wissenschaftliche Museumsarbeit in Landshut eingeführt hat. Dir ist es gelungen, aus Deinen hervorragenden Mitarbeitern ein echtes, ein großartiges Team zu machen. Und uns hast Du immer Input gegeben!
Vor vielen Jahren habe ich in weiter Voraussicht für Dich eine Glückwunschkarte gekauft zur Fertigstellung des LANDSHUTmuseums, darauf steht das oft Goethe zugeschriebene Zitat: „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas Schönes bauen.“ Dir und auch dem Museumsbau wurden in den fast 30 Jahren, die Du in Landshut für das Gedeihen des Museums Sorge trägst, viele Steine in den Weg gelegt. Du hast sie aufgehoben und weiter gebaut in fester Zuversicht. Und auch jetzt hältst Du weiter durch und zu uns.
Nach Deiner Pensionierung gehörst Du inzwischen unserem Kuratorium an, kümmerst Dich um Vorträge, Veranstaltungen und Exkursionen – in so professioneller Manier, wie wir es aus Deiner Zeit als Museumsdirektor kennen.
Die oben genannte Karte habe ich noch und wir alle hoffen und arbeiten weiter am gemeinsamen Ziel. Dich dürfen wir dafür endlich zum Ehrenmitglied dieses Freundeskreises machen. Danke, Franz Niehoff!
Ingrid Barthel übergibt zwei großformatige Farbzeichnungen von Michael Lange an den Freundeskreis Stadtmuseum
Auf dem Bild (v.l.n.r.): Anke Humpeneder-Graf, Ingrid Barthel und Fritz Merk bei der Übergabe mit den beiden Boxclub-Bildern von Michael Lange (Foto: Peter Barthel).
Auch in Ismaning kam das Juni-Hochwasser in den Kellern an. Dem Freundeskreis Stadtmuseum hat das nun zu einer unerwarteten Spende verholfen. Weil die beiden Boxclub-Bilder von Michael Lange so große Formate haben, hatte Ingrid Barthel sie erstmal nicht aufhängen können. So warteten sie im Keller ihres Hauses auf eine spätere Möglichkeit. Bis das Hochwasser kam und der gesamte Keller ganz schnell leergeräumt werden musste. Aber obwohl der inzwischen wieder gut durchgetrocknet ist – für die schönen Bilder wollten die Barthels doch lieber eine dauerhaft sichere und gute Lösung schaffen. Und so entschieden sie sich, die Arbeiten an den Freundeskreis Stadtmuseum zu spenden, der sicherstellen kann, dass sie im Museum gut gelagert und auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können.
Die beiden Vorstandsmitglieder Anke Humpeneder-Graf und Fritz Merk nahmen die Bilder im Haus der Spender in Empfang und erfuhren so auch die interessante Geschichte dieser Werke aus Langes Bilderserie über den Boxclub SC Bavaria 20 Landshut aus dem Jahr 1989. Denn deren eigentlicher Platz war das Präsidentenbüro der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Als Präsident Prof. Dr. Gerhard Fuchs, der zugleich Fernsehdirektor des Bayerischen Rundfunks war, in den Ruhestand ging, vererbte er die Bilder seiner Kollegin Ingrid Barthel, deren Büro schräg gegenüber lag. Ein Grund dafür war, dass die gebürtige Achdorferin einst Schülerin von Michael Lange war und Fuchs um deren Wertschätzung für die Bilder ihres Lehrers wusste.
Die Freundeskreis-Vorstände bedankten sich bei der Übernahme herzlich bei Ingrid Barthel und freuten sich darüber, dass der Verein auf der Suche nach „einem guten Aufenthaltsort für die Bilder“, wie Barthel sagte, von der Spenderin angesprochen wurde. Erstmal wandern die Bilder nun in die kundigen Hände von Diplomrestauratorin Anette Klöpfer, die in den Museumsdepots alle Exponate fachlich betreut. Möglicherweise können sie schon in der bereits in Vorbereitung befindlichen Boxclub-Ausstellung im kommenden Jahr der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Frau Dr. Hofmann (links) gab zusätzlich Erläuerungen zum gotischen Kreuzgang aus dem 14. Jahrhundert im Germanischen Nationalmuseum
Die Tradition, über den Tellerrand in andere Museen zu schauen, führte den Freundeskreis Stadtmuseum diesmal ins Germanische Nationalmuseum (GNM) nach Nürnberg. Aus besonderem Grund, denn dort wurde ein bedeutender archäologischer Fund aus dem Landshuter Raum erforscht, bearbeitet und der Öffentlichkeit präsentiert: Das Essenbacher Wagengrab.
Das Plakat zur Ausstellung
Knapp 40 Interessierte schlossen sich der Fahrt an und ließen sich von der Sammlungsleiterin Dr. Angelika Hofmann durch die Ausstellung führen, deren zentrale Exponate 2011 in Essenbach bei Landshut geborgen werden konnten. Damit und mit weiteren internationalen Leihgaben ließ sich ein guter Einblick in die bronzezeitliche Urnenfelderkultur gewinnen und auch sehen, wie weit verwoben die Handelsnetze bereits vor 3000 Jahren waren.
Erklärungen am Modell des Germanischen Nationalmuseums
Nach individuellen Rundgängen durch die schöne Nürnberger Altstadt ließen sich die Landshuter auch durch die Ausstellung „Hello Nature“ führen, die in Rückblick und Ausblick das Zusammenleben von Mensch und Natur in ihren Fokus nimmt.
Der Goldhut von Ezelsdorf/Buch, der auch Bestandteil der Ausstellung „Die letzte Fahrt“ war
Besonders interessant war für die Reisegruppe die Entwicklung des Museums selbst: Denn Keimzelle des GNM war ein gotischer Kreuzgang aus dem 14. Jahrhundert. Sanierungen und Anbauten in mehreren Bauphasen trugen zur Entwicklung des Museums bei, wie es sich heute, groß und modern, den zahlreichen Besuchern präsentiert. Für die Freundeskreis-Mitglieder ein Grund zur Hoffnung, dass sich auch aus dem Alten Franziskanerkreuzgang der niederbayerischen Hauptstadt noch ein funktionierendes Museum entwickeln lässt.
Hello Nature: eine weitere aktuelle Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum, durch die unsere Mitglieder geführt wurden.
Unser Ehrenmitglied Franz Müller ist im Alter von 87 Jahren verstorben
Als einer der ganz großen Unterstützer des Freundeskreises Stadtmuseum Landshut zählte Franz Müller zu den wenigen Mäzenen der Stadt. Jetzt ist er im Alter von 87 Jahren verstorben.
Franz Müller mit seiner Frau Irene Müller (Foto privat)
Franz Müller hat sich in vielen Bereichen für seine Heimatstadt engagiert, darunter bei der Freiwilligen Feuerwehr, in seiner Pfarrgemeinde St. Pius, beim Förderverein zur, Restaurierung und Erhaltung der Aula des Hans Carossa-Gymnasiums (ehemalige Heilig-Kreuz-Kirche), vor allem aber beim Freundeskreis Stadtmuseum Landshut, wo er aufgrund seiner besonderen Verdienste mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet wurde.
Franz Müller, einer von drei Söhnen der Schwaiger-Familie Müller-Aiden vom Landshuter Rennweg, hat zeitlebens pflichtbewusst und hart gearbeitet. Sein Blick fiel von weitem auf den Martinsturm, von wo auch die Fronleichnamsprozession ihren Ausgang nimmt, bei der die Schwaiger am Rennweg mit den drei eisernen Rittern von Alters her prominent vertreten sind. Schon während der Schulzeit musste er intensiv auf dem elterlichen Hof mithelfen, wo täglich alle Hände gebraucht wurden. Sein Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein dem Hof gegenüber brachte es mit sich, dass er seine eigenen Interessen hintanstellte. Er blieb auch Landshuter im Herzen, als sein Spielraum ihm Reisen in alle Welt ermöglichte. Sein Elternhaus am Rennweg, angefüllt mit unzähligen Schätzen aus Stadt und Region, mit Alltagskunst wie Keramik und Skulptur, prägte ihn von Jugend an. Vieles davon war in der frühen Nachkriegszeit im Tausch für Lebensmittel vom Schwaigerhof 7 im Kampf ums Überleben – dort angebrandet. Darunter ein barocker Heiliger Andreas im monumentalen Format.
Franz Müller war es schließlich ein großes Anliegen, dass die Kunstwerke als Zeugnisse der Geschichte seiner Heimatstadt in einem würdigen Rahmen präsentiert werden können. Aus dieser Motivation heraus brachte er sich als Mäzen in den Freundeskreis und für das Landshut-Museum seiner Heimatstadt ein. Bei der Umsetzung dieses Vorhabens unterstützte er den Freundeskreis großzügig und großherzig.
Müller, der für die Landshuter Wohnungsgenossenschaft Gewoge arbeitete, war drei Mal verheiratet, zuletzt 40 Jahre lang mit Irene Müller, der er nun nur wenige Wochen nach ihrem Tod gefolgt ist. Am 12. April durfte er im Beisein seiner Tochter in Frieden einschlafen. Er hinterlässt zwei Kinder und zwei Enkelkinder.
Tagesfahrt nach Augsburg zu den Themen Mode und Textil
Es war die Textilgeschichte der Stadt Augsburg, die sowohl das Thema als auch das Gebäude bereithielt, das die Landshuter Museumsfreunde mit großen Augen bestaunen durften: Auf 3500 Quadratmetern wurde dort ein Museum eingerichtet, das sich mit der Geschichte des Spinnens, Webens und Bedruckens von Stoffen beschäftigt. Besonders interessant für die Landshuter Besucher: auch dort war es ein Verein, der das Museum unterstützt im Jahr 2010 letztendlich durchgesetzt hat.
Die Ausstellung „Coolness – Inszenierung von Mode im 20. Jahrhundert“ zeigt auch die weibliche Erschließung ehemaliger Männerdomänen durch Frauen.
Die Dauerausstellung wob vom einfachen Webstuhl über die industriellen Fertigungen von Stoffen in riesigen Fabrikhallen bis zur Entwicklung von Mode ein breites Band durch mehrere Jahrhunderte bis in die Gegenwart, nicht ohne schöne Blicke auf farbenfrohe Kleider aus den Siebzigern oder die Evolution der Bademode zu ermöglichen. Highlight war eine Führung durch die Sonderausstellung „Coolness – Inszenierung von Mode im 20. Jahrhundert“, wo, untermalt von Hollywood-Größen wie Marlon Brando, James Dean und Humphrey Bogart, besondere Kleidungsstücke in ihrer Geschichte untersucht wurden – von der Lederjacke bis zum Trainingsanzug, von den Jeans bis zum Abendkleid.
Die Landshuter Besuchergruppe um Museumsleiter Thomas Stangier.
Der Tagesausflug führte die Besucher dann nach einem Aufenthalt in der sehr sehenswerten Augsburger Innenstadt noch in die Kirche St. Moritz, Museumsleiter Thomas Stangier einen ganz besonderen Kirchenraum vorstellte. Dort hatte man das Glas der Kirchenfester durch weißen, vollständig durchscheinenden Onyxmarmor ersetzt, was dem Raum, der auch sonst in Weiß gehalten ist, eine zauberhafte Atmosphäre gibt. Die gesamte Ausstattung ist konsequent in dunklem Eichenholz gehalten, und von der Apsis scheint Georg Petels Salvator-Christus von 1632/33 direkt auf die Besucher zuzukommen. Besucher und Veranstalter waren gleichermaßen beeindruckt, Freundeskreis-Vorsitzender Gernot Autenrieth bedankte sich bei den Museen der Stadt Landshut für die Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung der Exkursion und kündigte an, in Zukunft wieder öfter dieses Format der kulturellen Tagesexkursionen anbieten zu wollen.
Im Innenraum von St. Moritz scheint der Christus Salvator des Barockschnitzers Georg Petel direkt auf die Besucher zuzukommen.(Text und Fotos Humpeneder-Graf).
Das fleissige Helferteam des Freundeskreises sorgte für das leibliche Wohl (von rechts nach links: Gaby Siegel, Jutta Holstege, Fritz Merk, Anke Humpeneder-Graf, Andy Thoma, Claudia Bauer)
Im Rahmen seiner Serenadenkonzertreihe hat Bernhard Hirtreiter am Sonntag zu einer Jazz-Matinee in den Innenhof des Landshut-Museums eingeladen. Mit dem Hubicki Obsolete Trio kamen drei junge Jazz-Musiker aus Berlin nach Landshut, die Swing und Gypsy Jazz in eigenen Arrangements mitbrachten: Saxophon, Gitarre und Kontrabass spielten sie mit viel Flexibilität und Ausdruck und wurden mit viel Beifall belohnt. Dass anstelle des erkrankten Geigers kurzfristig ein Saxophonist einsprang, tat der Vorstellung keinen Abbruch. Der Zuschauerraum war trotz wechselhaften Wetters bis auf den letzten Platz besetzt. Die Ehrenamtlichen des Freundeskreises Stadtmuseum waren für die gut gefüllte Frühschoppen-Theke zuständig. Dank des neuen, großen Zeltdaches konnte Regensicherheit gewährleistet werden, Bühne, Getränketheke und der Stehtischbereich waren mit weiteren Pavillons gesichert und mehrere Platzregenschauer konnten der Freude im Publikum keinen Abbruch tun. Die Stimmung war so gut, dass viele der Besucher sich eine Wiederholung der Veranstaltung im nächsten Jahr wünschten. (AHG)
Viele Besucher waren trotz teilweise heftigen Regens gekommen, um den jungen Jazz-Musikern zuzuhören.
Am Karfreitagabend ist unser langjähriges Vorstandsmitglied Georg Merk gestorben
Im Alter von 78 Jahren ist Georg Merk nach langer, schwerer Krankheit am Karfreitagabend im Beisein seiner Familie friedlich eingeschlafen. Georg Merk war in dritter Generation Inhaber der von seinem Großvater 1920 gegründeten Mineralölfirma Merk & Cie. Aufgewachsen in Sichtweite einer der ersten Tankstellen in der Stethaimerstraße, besuchte er die damalige Oberrealschule und ging dann nach München zum Studium der Betriebswirtschaftslehre. Mit 22 Jahren stieg er in die Firma Merk ein. 1980 übernahm er zusammen mit seinem Cousin Fritz Merk die Firma Deltin und baute das bayernweite Versorgungsnetz mit Tankstellen weiter aus.
Georg Merk mit seiner Frau Lore Merk 2018 auf dem LANDSHUTfest
Bei älteren Landshutern leuchtet der Scheinwerfer der Erinnerung noch die rot-weiß-grünen Tankstellen mit dem dynamischen Deltin-D und den Motorenölen mit dem Namen Deltinol aus. Das stilisierte Delta im Firmenlogo repräsentierte die drei Söhne von Großvater Merk. Zeitweise hatte die Firma mit dem Sitz in Landshut mehr als 400 Stationen in Bayern und dem angrenzenden Württemberg.
Seine angeschlagene Gesundheit zwang Georg Merk im Lauf der Jahre immer mehr, als Kaufmann kürzer zu treten. Der Fall des Eisernen Vorhangs veränderte dann zunehmend die Verkehrsströme in der ehemaligen Grenzregion, was es für eine kleine regionale Marke schwierig machte zu bestehen. 1994 wurde Deltin an die OMV verkauft, weil diese im Bewerberfeld als einzige angeboten hatte, alle Mitarbeiter zu übernehmen. Diesen blieb Merk auch nach dem Verkauf eng verbunden. Von da an widmete er sich hingebungsvoll gemeinnützigen Aktivitäten in lokalen und überregionalen sozialen und kulturellen Einrichtungen, vor allem aber für seine Heimatstadt Landshut. Fast
immer blieb er dabei im Hintergrund. Ehefrau Hannelore, seine Freunde und seine Ziehkinder benennen als deutlichste Charaktereigenschaft von Georg Merk, dass er ein durch und durch anständiger Mensch war, bescheiden und hilfsbereit. Im Vorstand des Freundeskreis‘ Stadtmuseum Landshut fungierte er als Schatzmeister, bis ihn 2020 seine angeschlagene Gesundheit zum Rückzug zwang. Mit ihm zuvorderst gelang es dem Verein, zahlreiche Menschen zu inspirieren und zu motivieren und für die Vision eines funktionierenden Stadtmuseums zu spenden und sich zu engagieren. Auch dem Landshuter Museumsteam war er eng verbunden und trug dazu bei,. das Landshut-Fest aus der Taufe zu heben. Auch weitere Denkmale Landshuts profitierten von seiner Großzügigkeit. (AHG)
Anlässlich der Mitgliederversammlung am 06.07.2022 verteilte der Vorsitzende Prof. Autenrieth zwei Urkunden. Georg Merk und Jürgen Siegel wurden zu neuen Ehrenmitgliedern ernannt. Eine tiefe Überzeugung für die Notwendigkeit eines Stadtmuseums für die niederbayerische Hauptstadt einte beide Persönlichkeiten, sowie einen über all die Zeit nicht nachlassenden Einsatz für die Verwirklichung dieses für die Stadt und deren aktuelle und zukünftige Bevölkerung so wichtigen Projektes.
Georg Merk und seine Frau Lore Merk als aufmerksame Zuhörer beim LANDSHUTfest 2018
Georg Merk war im Jahr 2000 Gründungsmitglied des Vereins und leitete ab 2005 dessen finanzielle Geschicke als Schatzmeister, bis er 2022 aus gesundheitlichen Gründen abtrat. Georg Merk, seinen Vernetzungen in die Landshuter Bürgerschaft, seiner Kultiviertheit, seiner Verlässlichkeit und seinem exzellenten Leumund als Unternehmer und Mensch ist viel davon zu verdanken, dass die Spendenfreude für das visionäre Landshuter Museumsprojekt so ausnehmend groß war. Er war Vorbild für Spender und Ehrenamtliche, sich zu engagieren und dem Ziel trotz zahlreicher Widrigkeiten und Rückschläge treu zu bleiben. Einen zuverlässigeren, sorgfältigeren und korrekteren Schatzmeister hätte sich unser Freundeskreis nicht wünschen können.
Jürgen Siegel beim LANDSHUTfest 2018
Jürgen Siegel war von 2005 bis 2017 stellvertretender Vorsitzender des Freundeskreises. Durch sein enormes Engagement und seinen Wohnort in der Landshuter Innenstadt war er derjenige, der den Freundeskreis intensiv in den Ämtern, aber auch auf der Straße, auf dem Wochenmarkt und in der Museumsnachbarschaft vertrat und dort die Anliegen des Freundeskreises repräsentierte. Betont sachlich nahm Siegel alle Schriftstücke ins Visier, jeder Briefwechsel, jeder Vertrag, jede Korrespondenz mit Entscheidern und Fördergebern wurde von ihm bearbeitet, bis alle inhaltlichen Fragen geklärt waren. Entscheidungen im Stadtrat verfolgte er immer live und gab auch dort unseren Anliegen ein Gesicht. Jürgen Siegel gilt heute noch als das Gedächtnis des Vereins und wirkt nach wie vor als große Stütze für den Vorstand.
Mit Georg Merk und Jürgen Siegel hat der Verein nun neben Franz Müller und Hans Niedermeier vier Ehrenmitglieder. Die Ehrenmitglieder können auf eigenen Wunsch und auf Dauer als zusätzliches, nicht gewähltes Mitglied dem Kuratorium angehören, auch wenn dort die festgelegte Mitgliederzahl überschritten wird. (AHG)
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