Sehr geehrte Damen und Herren, liebe engagierte Mitglieder des Freundeskreises Stadtmuseum Landshut e.V.,
zwei Abschiede und ein kaum mehr erhoffter Freudenfall haben das Vereinsjahr 2025 geprägt, und diese seien ganz zu Beginn des Jahresrückblicks gezeichnet.
Mit der Mitgliederversammlung am 12. März 2025 übergab Prof. Dr. Gernot Autenrieth nach 16 Jahren seine Verantwortung als 1. Vorsitzender des Freundeskreises. Damit trat eine Persönlichkeit zurück in die Reihen der Vereinsmitglieder, deren weitblickende und umsichtige Führung den Verein durch entscheidende Jahre geleitet hat, die geprägt waren von Höhen und Tiefen, Hoffnungen, Zuversicht und Zweifel. Seine eloquente Beschreibung der jeweils aktuellen Entwicklungen, gepaart mit entwaffnender Ehrlichkeit, wurde ergänzt von seinem diplomatischen Geschick, hartnäckig auf die Einhaltung von Zusagen zu dringen, klare und belastbare Aussagen einzufordern und dabei stets auch Verständnis für die engen Spielräume und Anerkennung der Bemühungen der Verantwortlichen der Stadt aufzubringen.
Dabei verlor er nie die Zielsetzung des Vereins aus dem Auge, nämlich die Realisierung eines Stadtmuseums kräftig zu fördern und einzufordern, welches so ausgebaut und ertüchtigt wird, dass es mit wechselnden Sonderausstellungen als regionales Schwerpunktmuseum fungieren und die Verbindung der Bürger zu ihrer Stadt stärken kann.
Wie Sie alle der Presse entnehmen konnten, ist nun ein großer Schritt getan: Es ist beschlossen, nach Abschluss der Ausschreibungen mit Beginn des Jahres 2027 (und damit sogar noch zwei Jahre früher als zunächst anvisiert) mit den Arbeiten am zweiten Bauabschnitt zu beginnen. Mit der Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts würde neben den angemessenen Räumen für das LANDSHUTmuseum die Museumsverwaltung, die derzeit in der Altstadt untergebracht ist, dorthin umziehen. Dies würde der Stadt weitere Kosten ersparen. Baureferent Johannes Doll zeigte sich zuversichtlich, dass sich die Kosten für die Stadt im zweiten Bauabschnitt aufgrund der Fördergelder und Spenden auf unter 20 Prozent belaufen werden. Deshalb schlug er vor, die Mittel für die Haushaltsjahre 2026 und folgende einzuplanen.
Das Plenum folgte einstimmig (!) dem Vorschlag der Verwaltung, den Bauabschnitt 2 des LANDSHUTmuseum zügig voranzutreiben. Stadtrat Helmut Radlmeier bezeichnete das Projekt als wichtigen Schritt für die Weiterentwicklung der Kulturstadt Landshut. Dritte Bürgermeisterin Jutta Widmann sprach von einer Win-win-Situation und einem Glücksfall für die Stadt, was auch Stadträtin Patricia Steinberger unterstützte. Oberbürgermeister Alexander Putz hob an dieser Stelle nochmals die außergewöhnliche Leistung des Freundeskreises Stadtmuseum hervor, der Spenden in dieser Größenordnung zur Verfügung stelle. Die Entscheidung des Plenums sei ein wichtiges Signal: „Das ist ein positives Zeichen für unsere Museumslandschaft. Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass dort hervorragende Arbeit geleistet wird.“
Dieses wertschätzende Urteil möchten wir sehr gerne an unsere Mitglieder weitergeben: Sie haben mit ihren Spenden und Mitgliedsbeiträgen, mit ihrer tätigen Mithilfe und Unterstützung, vor allem aber auch mit Ihrem unermüdlichen Bekenntnis zu den Zielen des Freundeskreises wesentlichen und schließlich entscheidenden Anteil an der nun sich abzeichnenden positiven Weiterentwicklung.
Und ganz besonders gebührt dieser Dank drei Personen, die sich zuvörderst für diese Ziele eingesetzt haben:
Prof. Dr. Gernot Autenrieth als langjährigem 1. Vorsitzenden und Dr. Franz Niehoff, dem eigentlichen Gründer des Freundeskreises, der vor 25 Jahren erkannt hatte, dass eine irgendwann erfolgreiche Landshuter Museumsgeschichte vieler Hände und Unterstützer bedürfe. Beide wurden deshalb auf der letzten Mitgliederversammlung zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Darüber hinaus bedanken wir uns sehr herzlich auch bei der Museumsrestauratorin Annette Klöpfer, die im Juni dieses Jahres die Städtischen Museen verlassen hat, wo sie viele Jahre unsere wichtigste Ansprechpartnerin und unermüdliche Unterstützerin war. An ihrer neuen Wirkungsstätte wünschen wir ihr Freude, interessante Gestaltungsmöglichkeiten und viele erfolgreiche Projekte.
Neben diesen entscheidenden Ereignissen zu Beginn und zum Ende des Vereinsjahres gab es viele weitere Aktivitäten, die vom und für den Freundeskreis unternommen wurden. So fanden regelmäßig kostenlose Führungen zu den jeweils aktuellen Ausstellungen der Städtischen Museen statt, etwa in der Heilig-Geist-Kirche „Glaubenseifer – Glaubenszweifler“ durch Thomas Stangier, oder die Ausstellung „Ad Lucem“ von Raimund Reiter und Georg Thumbach, durch die uns der Leiter der Städtischen Museen, Daniel J. Schreiber, führte. Hier wie bei allen weiteren Mitglieder-Führungen gab es im Anschluss stets bei einem kleinen Imbiss einen lockeren Austausch und anregende Gespräche.
Im Juni und Juli organisierte der Freundeskreis die Ausstellung „Museum in der Schachtel“, bei der Landshuter Grundschüler mit Dingen, die in ihrer Familie eine Geschichte erzählen, eine „Museumsschachtel“ gestalteten, um einen frühen Zugang zu dem Wert des Aufbewahrens und Erhaltens von Zeugen der eigenen Geschichte zu entwickeln. Die Ausstellung, die zunächst in der Kleinen Rathausgalerie und anschließend im KASIMIRmuseum gezeigt wurde, fand großes Interesse bei mehr als 120 beteiligen Grundschülern und bei mehr als 1500 Besuchern. Die Arbeiten waren auch noch zu sehen während des LANDSHUTfestes am 26. Juli, das wegen des schlechten Wetters in das Museum verlegt werden musste, was sich als Glücksfall erwies: Mehr als 500 Besucher fanden sich so in den Museumsräumen selbst ein und erfuhren damit eine noch direktere Begegnung mit „unserem“ LANDSHUTmuseum. Die erstmalige Zusammenarbeit mit dem Integrationsbeirat hat sich dabei sehr bewährt und kann als Zukunftsmodell betrachtet werden.
Letzter Höhepunkt im Vereinsjahr war sicherlich die jährliche Exkursion zu bayerischen Museen, die diesmal zum Franz-Marc-Museum in Kochel am See führte. Vor traumhafter Bergkulisse präsentierte sich das Museum bei herrlichem Herbstwetter mit zwei Ausstellungen und seinem Skulpturenpark am Hang. Die Landshuter Besucher wurden in mehreren Gruppen kundig durch die Sonderausstellung „Die Moderne im Zoo“ und die Dauerausstellung zu Franz Marc und seinen Weggefährten geführt. Die Organisation lag in den bewährten Händen von Dr. Franz Niehoff, und es war der einhellige Wunsch, dass diese Reihe „angesichts der erfreulichen Besucherresonanz als Angebot an unsere Mitglieder und an Interessierte auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden soll“ so Prof. Dr. Axel Holstege, zweiter Vorsitzender des Freundeskreises. Jetzt aber bieten die Städtischen Museen erst einmal weitere Führungen für unsere Mitglieder durch zwei wirklich spektakuläre Schauen, und zwar durch die Pumuckl-Ausstellung im KASIMIR- und LANDSHUTmuseum, sowie durch die Piccinini-Ausstellung im KOENIGmuseum.
Wir freuen uns darauf und möchten neben weiteren Angeboten im kommenden Jahr auch gemeinsam mit den Städtischen Museen ein aktives Beteiligungskonzept für unsere Mitglieder entwickeln. Sie dürfen also positiv gespannt sein auf das kommende Jahr, in dem wir auch – mit Freude, Stolz, Respekt und Dankbarkeit Ihnen allen gegenüber, liebe Mitglieder – unser 25-jähriges Jubiläum feiern werden.
Wir wünschen Ihnen eine gesegnete Weihnacht und ein gesundes, gelingendes und beglückendes Neues Vereinsjahr 2026.
Franz Schneider Prof. Dr. Axel Holstege Fritz Merk Anke Humpeneder-Graf

